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Mein Dichter des Jahres 2021 - Sein erster Roman

(c) AR - Der Philosoph Selmann und Tobias
(c) AR - Der Philosoph Selmann und Tobias

Unter allen Quacksalbereien der Marktschreier auf unserm ganzen Planeten kann keine so eine große Verwüstung in der ... Natur des Menschen anrichten als der Fanatismus.

Liebe Leserin, lieber Leser,

dieser Satz aus Wezels erstem Roman Die Lebensgeschichte Tobias Knauts des Weisen ... ist nur ein Beispiel dafür wie aktuell die Ergüsses dieses furiosen Dichters auch heute noch sind. Wie andere Vertreter der Aufklärung auch, hat Wezel schon damals erkannt, wie sich Erziehung, Geist, Verhalten und Sprache auf die Entwicklung eines Menschen auswirken. Dies zeigt er auf durchaus krasse Weise anhand eines Negativ-Beispiels: Der Vater der Hauptfigur ist ein Mann über dessen Empfindung eine starke Rinde gewachsen ist. Die Mutter würden wir heute als manisch-depressiv beschreiben, Tobias als ein Kind welches unter posttraumatischen Entwicklungs- und Handlungsstörungen leidet. So stolpert er mehr durch sein Leben, als dass er imstande wäre, es selbst zu gestalten.

 

Zwar waren die Möglichkeiten dazu damals sehr stark eingeschränkt, doch Wezel zeigt auch Lücken auf, und was eine dem Leben zugewandte Einstellung ausmachen kann. Tobias aber läuft im Kreis herum und dem weltweisen Selmann in die Arme. In dessen Philosophie zeigt sich auf beeindruckende Weise Wezels empathisch-intellektueller Weitblick:Wenn alle Menschen verschieden denken, so sind sie auch alle Partei und folglich keiner  - Richter. Sobald einer entscheidet, dass der andere Unrecht hat, so maßt er sich widerrechtlich einen Richterspruch an.“ Damit beschreibt er 200 Jahre vor Rosenberg einen zentralen Ansatz der gewaltfreien Kommunikation. "Alle Gewissheit ist nur momentan", sagt Selmann. Er ist überzeugt, dass „Hass, offene Kriege, aber auch alle Kabale aufhören würden, wenn sich die Leute überreden ließen, dass man in dieser Welt nichts tun kann und darf, als sagen, was einem dünkt, und anhören, was anderen dünkt."

 

Doch für die Gelehrten, die Selmann und Tobias schon bald aufsuchen, ist ihre eigene Meinung allgemeine Gewissheit; sie haben Angst, dass jemand ihnen ihre Unfehlbarkeit absprechen könnte und einer arbeitet sogar an einem Lexicon orthodoxum, welches das Übel so vieler Meinungen abstellen und allen Irrtum zum Stilleschweigen bringen soll ...

 

Warum es sich lohnt den 550 Seiten starken Roman zu lesen? Da sind zum einen die zahlreichen geistigen Seitensprünge des fulminanten Kopfes Wezel: Das Allegorische Seeleninstrument, die Betrachtung, in der er die Gewissheit des Menschen mit einer Uhr vergleicht uvm. Auch Gedichte streut er ein und 19 Verse seiner verschollenen Ilias-Übersetzung sind in dem Buch überliefert. Am meisten begeistert hat mich seine Erzählweise, sein geschliffener Witz, die mal feine, mal freche oder auch derbe Ironie, die aber doch im Kern immer noch einen mitfühlend-menschlichen Zug hat und ganz ohne Arroganz daherkommt.

 

Wenn Sie mehr erfahren möchten, dann schauen Sie doch einmal in meinem Blog-Beitrag vom 14.08.2021!

 

Herzliche Grüße

Anne

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