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Frisör

Ich habe mir die Haare geschnitten. Da ich ohnehin nur zum Einkaufen und für meinen täglichen flotten Gang rauskomme, mag es gehen. Ich denke an meine Frisörin, bei der ich heute einen Termin gehabt hätte.

Ich mag den Ausdruck in seiner altmodischen Schreibweise: Frisör, Frisörin … Da muss man beim Sprechen die Lippen rund machen, fast wie bei einem Kuss. Ich finde es auch passender, zumindest für uns hier in Spandau als zum Beispiel Hair Stylist oder Coiffeur Carisma.

 

Meine Frisörin schafft es jedenfalls die haarige Fülle auf meinem Kopf in eine Form zu bringen, die fünf Wochen lang sitzt. Vom ersten bis zum letzten Tag. Und es sieht so leicht aus bei ihr, doch was für eine Kunstfertigkeit dahintersteckt, habe ich nun wieder einmal festgestellt; es wollte mir nämlich nicht einmal gelingen Kamm und Haare und Schere gleichzeitig in Händen zu halten.

 

Ich liebe meinen turnusmäßigen Gang in den Frisörsalon. Ein freundliches Lächeln. Wie geht’s Ihnen? Ein Getränk? Kurze Lagebesprechung. Haare shampoonieren. Bisschen sprechen. Schneiden. Schweigen. Vielleicht eine Kopfmassage? Föhnen. Zurechtzupfen. Und die Frisur sitzt, von vorne und von hinten, wie der obligatorische Blick in den zusätzlichen Spiegel zeigt.

Von Aurich bis München, in Landau und Charlottenburg – es ist überall das gleiche Ritual. Im Supermarkt, auf der Fähre. In einer kleinen umbrischen Stadt. Dort brauchte ich nicht einmal viele Worte, um es in Gang zu setzen. Ich sagte nur „fare corto“.

 

Und danach fühle ich mich immer so zufrieden. Es ist nicht nur wie eine Art von Wellness am Kopf. Es ist … wie soll ich das beschreiben, fast schon ein sakrales Gefühl, wie als Kind oder Jugendliche nach einem Kirchgang …

Doch ich möchte jetzt nicht zu philosophisch werden. Das können andere besser. Axel Hacke zum Beispiel. Kürzlich habe ich sein neues Buch gelesen:

Wozu wir da sind

Walter Wemuts (schreibt sich ohne h wie unser Carisma)

Handreichungen für ein gelungenes Leben

 

Kann ich sehr empfehlen, falls jemand nach Innen gehen möchte in dieser Zeit. Mir hat es gut gefallen, und ich habe über der Lektüre bemerkt, dass ich während der letzten Jahre schon vieles schaffen und gestalten konnte, was seiner und meiner Einschätzung nach wichtig ist. Warum mir das jetzt gerade einfällt? Es hat auch mit einem Friseur zu tun

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